Intensivstation der Ideen

Hier liegen Ideen meiner Philosophischen Praxis in Agonie, weil sie nicht und nicht vom Fleck kommen. Irgendetwas lähmt sie. Vielleicht ist ihre Zeit noch nicht gekommen, sie sind möglicherweise unausgegoren, oder überhaupt nur Windeier. Jedenfalls kommen sie nicht in Resonanz mit den Menschen. Daher liegen sie auf dieser Intensivstation und sollen tüchtig untersucht werden. Vielleicht stellt jemand die richtige Diagnose, weiß Rat und macht einen Behandlungsvorschlag. Folgende leidende Ideen sind zur Zeit hier versammelt:


2020-12-31
Lebensarbeit

Nach einem halben Dutzend erfolglosen Versuchen das erfolgreiche AMS-Projekt "Lebensarbeit" und damit die Philosophische Praxis für arbeitssuchende Menschen im Rahmen ihrer Arbeitslosenversicherung auf Dauer verfügbar zu machen, musste die Idee hier auf die Intensivstation, obwohl sie im zweiten Halbjahr 2019 so lebendig und bemerkenswert aufblühte (vgl. Studie "Der Garten Eden der Philosophischen Praxis"). Zwar schaffte es das Angebot jüngst auf die Weiterbildungsdatenbank des AMS, aber ist weit davon entfernt ein reguläres Angebot des AMS für arbeitssuchende Menschen zu sein, wie die üblichen AMS-Kurse es sind.

Wenn sie eine Idee haben wie das Angebot beim AMS breiter verankert werden könnte, dann Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


2020-09-14
Arthur's Bar

Arthur's BarDer Philosoph Arthur Schopenhauer hatte eine ziemlich nervige Disputierleidenschaft - eine nicht unübliche Pathologie unter PhilosophInnen. In seinen jüngeren Jahren schrieb er ein unveröffentlichtes Werk mit dem Titel "Eristische Dialektik (Technik des Diskutierens)", in dem er 38 faire und unfaire rhetorische Kunstgriffe aufzählte, um beim Disputieren zu gewinnen. Die dort versammelten Tricks werden heutzutage von KommunikationstrainerInnen und Coaches zu sündhaft teuren Preisen an ein zahlungskräftiges Publikum verkauft, oder kommen eben so nebenbei in Arthur's Bar über den Tresen.

Leider musste die Gastronomie per 14.9.2020 in Österreich wieder schließen, weshalb das wunderbare Format noch keine Zieheltern in Gestalt von BarbesitzerInnen gefunden hat und droht zu verwahrlosen.

Es wäre fein, wenn sich potentielle Pflegeeltern bei mir melden, damit wir Details der abendlichen Übergabe besprechen können.Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


2020-09-22
Heucheleiverdachtsaufkleber

Im Zuge meiner Ausbildung zum Philosophischen Praktiker an der Universität Wien fand, in der LV "Die Gesellschaft: Philosophische Praxis als Gesellschaftskritik und im Kultur- & Kunstbereich" bei Lisz Hirn, eine Idee zu mir, für deren Umsetzung in die Praxis mir aber das Netzwerk und die Ressourcen fehlen.

Heucheleiverdachtsaufkleber können auf verdächtige Werbeplakate im öffentlichen Raum geklebt werden, sofern diese gewöhnlichen Konsumprodukten auratischen Kult verleihen wollen, oder Gemeinwohlsinn heucheln. Die Aufkleber fungieren im besten Fall wie Weckrufe an den Verstand der vorüberziehenden Menschen, der dann kritisch zu prüfen beginnt.

Werbesujets mit Heucheleiverdachtsaufleber

Im Rahmen der Lehrveranstaltung im Dezember 2019 habe ich die Idee im Kommilitonensample ausprobiert: sie konnten den Heucheleiverdachtsaufkleber auf einen von vier präsentierten Werbesujets aufkleben, mussten aber ihre Entscheidungsgrundlagen dafür angeben. Das Feedback ermutigte mich die Idee weiter zu verfolgen.

Ich bin also auf der Suche nach Menschen, die an der Umsetzung dieser Idee Interesse und auch die Kompetenz dafür haben. Kompetenz, in dem Sinne, als ich mir vorstelle, dass es eine Rechtsschutzversicherung braucht, sollte jemand wegen Anbringens eines Heucheleiverdachtsaufklebers auf ein Werbeplakat juristisch belangt werden. Selbstverständlich sind auch graphische Fähigkeiten und Medienkompetenz gefragt, damit die Aufkleber unter das Volk gebracht werden (ggf. gegen Bezahlung, wegen der Rechtsschutzversicherung, aber auch weil Widerstand nicht gratis zu haben ist). Und in einem weiteren Sinne kompetent, als es noch ein Konzept für die Umsetzung des Heucheleiverdachtsaufklebers bei elektronischer Werbung braucht.

Bislang habe ich keine solchen kompetenten Menschen gefunden, die sich mit mir gemeinsam um die Aufzucht dieser Idee kümmern wollen.

Sollte sie die Umsetzung dieser Idee interessieren, oder auch wenn sie jemand kennen, der es ist und über die oben genannten Kompetenzen verfügt, freue ich mich über ihre Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Grabungsarbeiten vorschlagen