Abgrenzung zu Psychotherapie etc.

Die Abgrenzung zur Psychotherapie besteht darin, dass die Philosophische Praxis nicht mit Krankheitsdiagnosen arbeitet und daher nicht von einer wie auch immer definierten Normalität ausgeht. Wer bislang am Leben geblieben ist, hat etwas richtig gemacht. Indem der Philosophische Praktiker zuhört, erfährt er, wie dieses Richtige beschaffen ist, und wenn er weiter geduldig zuhört - mit Ohren hinter den Ohren, die sich nur für seinen jeweiligen Gast während des Gesprächs langsam entwickeln - dann erfährt er auch, warum das vormals Richtige nun immer weniger Lebensfreude erzeugt. Er erfährt, warum das Leben sich verwickelte und anstrengender wurde, und der Gast erfährt es ebenfalls - fast gleichzeitig - während er erzählt.

Voraussetzung für diesen Prozess: der Gast ist emotional und sprachlich fähig zur Reflexion; also psychisch und mental halbwegs stabil. Die Philosophische Praxis kann kein Ersatz für tatsächlich indizierte Psychotherapie oder psychiatrische Behandlung sein.

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